Wir alle kennen die großen Tresore zur Sicherung von wertvollsten Eigentum aus dem Kino, wenn findige Bösewichte oder edle Ganoven diese Tresore aufschweißen, knacken oder komplett stehlen. Hollywood und die Realität driften hier jedoch auseinander und ein Tresor zum Schutz Ihrer Wertsachen ist definitiv die richtige Wahl. Trotzdem ist es wichtig sich mit Daten, Normen und Vorschriften auszukennen - gerade wenn es um gesetzliche Auflagen wie z.B. Waffenschränke und damit einhergehende Auflagen der Versicherung geht.  

Umgangssprachlich wird meist der Begriff Tresor genutzt. Der Fachmann unterscheidet jedoch zwischen:

  • Panzerschränken
  • Wertschutzschränken
  • Waffenschränken
  • oder Safes mit speziell zugeordneter Bedeutung
Als Tresor bezeichnet man eigentlich einen abgesicherteren und gepanzerteren Raum, der zum Schutz von Wertgegenständen vorgesehen ist. Am bekanntesten ist wohl ein Tresorraum in einer Bank.

Verschiedene Stahlsorten sorgen für eine große Sicherheit der Tresore. Manganstahl verhindert beispielsweise das Bohren, Edelstahl das Schneiden zum gewaltsames Öffnen des Safes. Außerdem bieten hochwertige Tresore direkt verschidene Verriegelungen der Safetür. Wie ein großer Tresor hergestellt wird kann man sich im folgenden Video genauer anschauen:

 

1. Welchen Tresor brauche ich?

  • Erst einmal sollten Sie sich überlegen, welche Wertsachen Sie überhaupt wegschließen möchten und ob ein spezieller Schutz nötig ist (z.B. vor Feuer oder Wasser bei wichtigen Dokumenten).
  • Wenn Sie einen sicheren Tresor für den privaten Bereich suchen, sollte der Safe mindestens die Güteklasse N oder S1 aufweisen.
  • Achten Sie auf eine Zertifizierung durch VdS oder ECB-S 

Tipp für Unternehmer: Sie sollten hier nicht  knausern, denn für ein Gewerbe sind Buchhaltungsbelege praktisch wie Bargeld. Gehen Belege verloren und ist die Buchhaltung inkorrekt drohen z.B. Nachzahlungen an das Finanzamt. 

Und gleich noch eine Warnung: Einfache Baummarkt-Tresore sind oft nicht mehr als Blechdosen mit Briefkastenschloss. Das sagen nicht wir, sondern das Prüfinstitut VdS. Das diese einfachen Baumarkt-Tresore teils in Sekunden zu knacken sind zeigt das folgende Video der ARD:

1.1. 1. Platzbedarf & Standort 

Um das benötigte Volumen des Tresors festzustellen nehmen Sie alle Wertgegenstände zusammen und bestimmen Sie danach das nötige Volumen des Tresors. Zur Sicherheit sollten Sie den Safe ein Viertel größer auslegen. Nach einiger Zeit kommen bei vielen zusätzliche Wertgegenstände dazu, die auch im Tresor verwahrt werden sollen. Dann sind Sie bereits darauf vorbereitet.

Hier gibt es verschieden Varianten:

  • "klassischen" freistehenden Panzerschränke
  • Wandtresore
  • Bodentresore
  • Möbeltresore (kennt man oft aus dem Hotelzimmer; der kleine Safe im Kleiderschrank).

Experten raten eigentlich dazu, einen möglichst versteckten Platz für den Einbau zu nutzen. Und logisch - je weniger von dem Platz wissen, desto sicherer die Wertsachen!

1.2. 2. Kosten & Versicherungsschutz

Die Kosten eines kleinen Safes (Möbeltresor oder Wandtresor) beginnen bei wenigen hundert Euro. Bitte achten Sie aber auf zertifizierte Safes mit mindestens Sicherheitsklasse N oder S1. Alles andere (siehe weiter oben) bieten im Grunde genommen keinen Schutz. 

  • Je nachdem, welche Werte dann auch von der Versicherung abgedeckt werden sollen, sind jedoch auch höhere Sicherungsklassen vorgeschrieben.
  • Außerdem wird ein Unterschied zwischen gewerblicher und privater Nutzung gemacht. Bei gewerblicher Nutzung wird oft nur ca. 1/3 der Summe abgedeckt, die der gleiche Safe bei privater Nutzung ermöglicht.
  • Eine Alarmanlage kann aber auch das wieder ändern. Also: Lassen Sie sich in jedem Fall von Ihrer Versicherung beraten!

Faustregel ist also:

  • Je höher die Summe, die Sie versichern möchten, um so höher die von der Versicherung geforderte Sicherheitsklasse des Tresors.
  • Daraus folgt: Je mehr Schutz sie benötigen, um so höher sind die Kosten des Safes!

 

Tipp zu Schlüsseln & Co:

In Versicherungsverträgen gibt es so genannte Schlüsselaufbewahrungsklauseln - also Auflagen, was Sie mit Ihrem Tresorschlüssen tun dürfen und was nicht. Wenn ein Diebstahl stattfindet und Sie irgendwie gegen diese Auflagen verstoßen haben wird Ihre eigene Haftung oftmals erhöht und damit weniger Versicherungssumme gezahlt.

Um diese Risiken, und überhaupt den Diebstahl des Tresorschlüssels auszuschließen empfehlen Versicherungen den Einsatz von Tresoren oder Safes mit Zahlenschlössern. Hier als kurzer Überblick die Vor- und Nachteile der Schließsysteme:

Schlösser vom Safes

Schlüssel-Schloss

  • + im Nachhinein ist leicht nachzuvollziehen, wer den Schrank geöffnet haben könnte
  • + man muss sich keine Kombinationen aus Zahlen merken
  • - bei Verlust des Schlüssels ist alle Sicherheit futsch!
  • - Vandalismus bei Schlüsseltresoren ist deutlich größer, da die Einbrecher Ihr Haus auf den Kopf stellen, um möglicherweise doch den Schlüssel zu finden.

Zahlen-Schloss

  • + Es gibt keinen materiellen Schlüssel, der gestohlen oder verloren werden kann.
  • - dafür könnte die Kombination theoretisch unkontrollierbar weitergegeben werden
  • + die Nummern können jederzeit mithilfe eines Umstellschlüssels verändert werden.
  • - ein mechanisches Schloss braucht aber eine ruhige Hand zum Öffnen. Zittrigen Händen können hier Probleme beim Öffnen mit sich bringen.

Elektronik-Schloss

  • + komfortabel und einfache zu bedienen (meist 6-8 Ziffern)
  • + Es gibt keinen materiellen Schlüssel, der gestohlen oder verloren werden kann.
  • - dafür könnte die Kombination theoretisch unkontrollierbar weitergegeben werden

Nummernschlösser eines elektronischen Schlosses können übrigens teils auch mit einem Notschlüssel angefertigt sein, welcher den Tresor auch dann öffnet, wenn das Bedienfeld durch Feuer oder Vandalismus zerstört wurde. 

Generell können Sie also frei entscheiden, welches Schloss sie bevorzugen. Sowohl Zahlen, als auch Schlüssel-Schlösser bieten große Sicherheit, sofern diese auch zertifiziert sind. Also achten Sie bitte auch hier auf das Einhalten geprüfter Sicherheits-Standards!

Übrigens ist auch eine Kombination aus beiden Varianten möglich, so dass z.B. immer zwei Personen nötig sind, um einen Tresor zu öffnen.

1.3. 3. Montage des Safes

  • Der Safe muss fest im Mauerwerk oder auf dem Boden zu verankert sein!
    Ansonsten hilft das ganze überhaupt nichts, wenn der Einbrecher einfach Ihren Möbeltresor mitnimmt und in später alle Ruhe aufknackt.
  • Der Standort für sollte trocken sein. Feuchtigkeit ist auf Dauer ungesund für die Schlösser oder Elektronik.

Bei "kleinen" Tresoren unter 1.000 Kilogramm ist die feste Verankerung Vorschrift der Versicherung! Damit ein Tresor nicht einfach von der Wand oder dem Boden abgerissen werden kann, sollten Sie außerdem (notfalls mit Ihrem Architekten) anhand der statischen Unterlagen des Gebäudes die Tragfähigkeit von Decken, Wänden oder Böden überprüft werden. Je nachdem wo der Safe angebracht wird. 

Beachten Sie die Auflagen der Versicherung und die Angaben des Herstellers: Ein Wandtresor z.B. müsste mit  10 cm. Beton Typ B 45 ummantelt werden, damit der Versicherungsschutz greift. 

Standtresore bis zu 1000kg  müssen ebenfalls nach Herstellerangaben, meist im Boden, verankert werden. Tatsächlich gab es in Deutschland sogar schon Diebe, die Panzerschränke mit über 1000kg wegtransportiert haben!

Mobile Sicherheitsschränke wurden schon in der frühen Geschichte genutzt. Im Mittelalter waren große Truhen mit schweren Schlössern beispielsweise der Standard zur Aufbewahrung der Wertgegenstände. Die ersten richtigen Tresore wurden vor ca. 200 Jahren gebaut, auch wenn man diese nicht mit dem heutigen Standard vergleichen kann. Vor 1960 entwickelten Unternehmen die Tresore in eigener Verantwortung. Erst danach wurden Normen entwickelt. Im Zuge der Vereinheitlichung des europäischen Marktes wurden 1992 durch das europäische Institut CEN Prüf- und Gütenormen für Wertbehältnisse eingeführt. Folgende Klassifizierungen sind derzeit am weitesten verbreitet:

1.4. 4. Klassifizierungen

  1. VdS ( Verband der Schadenversicherer ) Klasse N und Grad I bis X.
  2. VdS Wertschutzräume: Es gibt hierfür neun Sicherheitsgrade. Grad V bis XIII
  3. VDMA 24990 ( Verband  Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer ) deutsches Normenwerk mit schwindender Bedeutung zugunsten der Europa-Norm. (Sicherheitsstufen A, B,C1, C2, D 10, D 20 und E 10)
  4. Europa-Norm gemäß EN 1143-1 und EN 14450 
  5. ECB.S: European Certification Board – Security Systems ist ein neutrales Zertifizierungsorgan nach EN 45001

Montage eines Safes

Die wichtigste Norm in Deutschland ist in aller Regel die Zertifizierung der VdS oder ECB-S. Welche Wertschutzschränke oder Räume es mit welcher Klassifizierung gibt finden sie z.B. als Gesamtübersicht auf der Seite der VdS.

1.5. 5. Schutz vor Feuer

Die meisten empfohlenen Tresore sind mit einem Schutz vor Feuer ausgestattet und halten Temperaturen eines Gebäudebrandes stand. Dies liegt an der doppelwandigen Konstruktion gepaart mit einem entsprechenden Füllung, die diesen Schutz bietet. Falls aber im Gebäude Gefahrenstoffe oder sonstige brennbare Chemikalien gelagert sind und die Temperatur über 1000 Grad steigen könnte, dann sind höhere Schutzklassen nötig.  Bei solchen Spezialfällen beachten Sie bitte die Angaben Ihrer Versicherung und lassen Sie sich vom Fachmann beraten, welcher Tresor für Sie der richtige ist.

2. Waffenschränke

Der Gesetzgeber fordert sinnvollerweise für die Aufbewahrung von Schusswaffen speziell abgesicherte Räume oder Schränke. Hier gilt der §36 des Waffengesetzes. 

  • Ein Waffenschrank ist ein normaler Stahlschrank mit z.B. Erweiterungen wie z.B. Waffenhaltern und separaten Fächer für die Munition. Der Zugriff zu diesen Schränken darf nur nach dem Waffengesetz berechtigten Personen gewährt werden. Wichtig ist bei allen diesen Anweisungen und Gesetzen der Schutz der öffentlichen Sicherheit ( § 1 u. 8 Abs. 1 WaffG. ). Das dieser vorsichtige Umgang mit Waffen in Deutschland wirklich eine sinnvolle Einrichtung ist, wird dadurch bestätigt, dass Amokläufe wie in den USA leider immer wieder vorkommen in unserem Land so gut wie gar nicht vorkommen!

2.1. Aufbewahrungsbeispiele

  1. bis zu fünf Kurzwaffen:  Aufbewahrung nach DIN EN 1143 – 1 Widerstandsgrad 0  oder Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 (Stand: Mai 1995 )
  2. bis 10 Kurzwaffen:  wie oben + Mindestgewicht von 200 kg (alternativ mit Verankerung).
  3. bis 10 Langwaffen: Aufbewahrung nach VDMA 24992 – A (Stand Mai 1995)

Diese Anforderungen gelten ebenso für Schützenhäuser. Teilweise ist hier die Kombination mit einer Einbruchmeldeanlage Pflicht. Ihre örtliche Waffenbehörde kann Ihnen dazu die benötigen Richtlinien mitteilen. 

3. Änderungen und Reparaturen

Bei Erweiterungen oder Erneuerung der Safes, Waffenschränke oder Tresore gelten natürlich alle oben genannten Regelungen. Das bedeutet, dass solche Anpassungen oder Veränderungen nur  auf der Grundlage der VdS Merkblätter 5004 und Druckstück 3532 durchgeführt werden dürfen. Der Hersteller der jeweiligen Behältnisse bestimmt:

  1. die getroffenen Massnahmen die Einbruchhemmung reduzieren
  2. ob die VdS-Anerkennung erlischt, gemindert ist oder bestehen bleibt
  3. wer eine Umrüstung durchführen darf

... und einges mehr. Auch hier gilt wieder, dass Sie Ihre Versicherung kontaktieren sollten, um genau zu klären was erlaubt, gefordert und Pflicht für Sie ist.

Drei Viertel aller Einbrüche finden über Fenster statt! Können Sie sich vorstellen, wie einfach es ist mit einem Schraubenzieher oder ganz ohen Hilfsmittel...

Bratpfanne auf dem Herd vergessen? Bügeleisen angelassen? Kerzen unbeaufsichtigt stehen gelassen? Es gibt viele Brandursachen - auch elektrische Geräte können bei...