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Bratpfanne auf dem Herd vergessen? Bügeleisen angelassen? Kerzen unbeaufsichtigt stehen gelassen? Es gibt viele Brandursachen - auch elektrische Geräte können bei Fehlfunktionen zu Bränden führen.

Deshalb brennt jetzt gerade eine Wohnung. Statistisch gesehen jedenfalls. Insgesamt kommt es nämlich zu ca. 500.000 erfassten Bränden im Jahr. Hunderte Menschen sterben jährlich in solchen Bränden, Tausende erleiden Verbrennungen oder Rauchvergiftungen.

Feuer im Haus - Brandschutz nötig

Viele Tote werden von der Feuerwehr in Ihren Betten aufgefunden, da man nicht automatisch durch Rauch im Haus aufwacht! Die Gase im Rauch - Kohlenmonoxid und Kohlendioxid - sind nämlich geruchlos. Wenn man im Schlaf nicht merkt, dass man diese Gase einatmet, führen sie in 2 bis 3 Minuten zur völligen Bewusstlosigkeit – und darauf zum Tod. Die meisten Opfer sterben also an der Rauchvergiftung und nicht erst an dem Feuer.

Gerade deshalb ist es so wichtig, sich vor solchen Folgen zu schützen. Ein Rauchmelder ist hier eine günstige aber absolut lebensrettende Sicherheitsmaßnahme, die jeder haben sollte!

Dieser SWR-Ratgeber gibt einen kleinen Überblick:

Hier einige Fakten zu Rauchmeldern:

  • Pro Jahr gibt es ca. 400 Brandtote in Deutschland
  • 95% sterben durch Rauch und Gas und nicht an den Flammen!
  • 70% werden im Schlaf vom Brand überrascht
  • 6.000 Verletzte erleiden Langzeitschäden
  • 1 Milliarde Euro - durch Brandfälle im Privatbereich

Positives:

  • Rauchmelder sorgen für einen Rückgang der Opferzahlen um bis zu 50%

1. 1. Rauchmelder schützen Sie und Ihre Familie

Rauchmelder schützen Kinder

Rauchwarnmelder alarmieren Sie im Brandfall rechtzeitig, bevor es zu spät ist. Wenn Sie außerdem Feuerlöscher im Haus haben, können Sie Entstehungsbrände einfach und schnell selber löschen! Achtung: Bitte nur “Entstehungsbrände”! Wenn sich schon Rauch breit macht, weil einen ganzes Zimmer in Flammen steht lassen Sie die Finger davon und halten Sie sich an unseren Rat “Verhalten im Brandfall” weiter unten!

1.1. Für Sie und Ihre Kinder?

Wie funktioniert ein Rauchmelder, was mache ich im Brandfall und wie können Sie Ihren Kindern helfen, sich richtig zu verhalten?

Unser Top-Tipp - Die Sendung mit der Maus! Einfach mal kurz anschauen, am besten mit Ihren Kindern, weil hier im zweiten Teil auch Verhaltenstipps für Kinder gegeben werden!

Für alle, die das Lesen bevorzugen, hier noch einmal die kurze Erklärung, wie die Rauchmelder funktionieren:

  1. Im Rauchmelder gibt es einen kleinen Lichtstrahl, der normalerweise ins Leere läuft.
  2. Dringt Rauch in den Rauchmelder ein, wird durch den Rauch der Lichtstrahl gestreut.
  3. Das gestreute Licht wird dann von einem lichtempfindlichen Sensor “gesehen” und ...
  4. … eine Elektronik lässt dann den Alarm aufheulen.

Also im Grunde genommen ganz einfach, aber sehr sicher! In der Küche oder im Bad sind die normalen Rauchmelder jedoch nicht geeignet, da hier der beim Kochen oder Duschen entstehende Wasserdampf den selben Effekt hat - also das Licht streut und den Alarm auslöst. Das ist in diesem Fall natürlich unerwünscht.

Dafür gibt es dann spezielle Rauchmelder mit Hitzefunktion. Diese überprüfen zusätzlich zu dem Lichtsensor auch die Temperatur des Raumes. Erst wenn eine Kombination aus Rauch und ungewöhnlich ansteigender Temperatur auftritt, wird der Brandalarm ausgelöst.

1.2. Worauf sollte ich also beim Kauf eines Rauchmelders achten?

  • Der Fachmann empfiehlt Funk-Rauchmelder oder Rauchmelder, die Bestandteil Ihrer Alarmanlage sind: Schlägt ein Melder Alarm, geben alle vernetzten Rauchmelder ebenfalls ein Signal.
  • Achten Sie auf die Prüfzeichen von VdS, DIN oder TÜV/Kriwan. Produkte, die mit diesen Prüfzeichen zertifiziert sind, wurden unter realen Bedingungen getestet und für gut befunden.
  • Verwenden Sie Rauchmelder, die darauf hinweisen, wenn die Batterie zu schwach wird.
  • Der Melder sollte per Knopf getestet werden können.
  • Nutzen Sie nur optische Rauchmelder (wahlweise mit Hitzefunktion für Küche oder Bad).
  • Batterie-Rauchmelder können unabhängig vom Stromnetz angebracht werden und halten mehrere Jahre mit entsprechend guten Lithium-Batterien.

1.3. Wo bringe ich einen Rauchmelder an?

  • Bringen Sie nur einer Rauchmelder an, sollte dieser im Flur angebracht werden
  • Mehrere - auf jeden Fall im Kinderzimmer und Schlafzimmer
  • In der Mitte im Raum waagerecht an der Decke.
  • Abstand zur Wand: mindestens 60 cm
  • Ein Standard-Rauchmelder deckt ca. 40 qm ab. Teilen Sie Ihre Wohnfläche auf und nutzen Sie mehrere Melder, damit alle Räume und Bereiche ausreichend geschützt sind.
  • Sonderfall: in Räumen mit Zugluft (Luftschacht, Dachboden, Werkstatt, eventuell Küche) sind Rauchwarnmelder mit Hitzefunktion sinnvoll.

1.4. Wie bringe ich einen Rauchmelder an?

Der Rauchmelder wird entweder mir Schrauben und Dübeln an der Decke angebracht, oder aber man nutzt je nach Typ eine Selbst-Klebe-Vorrichtung die für ausreichend Halt sorgt.

Die benötigten Materialien zum Anbringen sind in der Regel beim Rauchmelder beigefügt.

1.5. Wartung der Rauchmelder

Eine jährliche Prüfung erfolgt nach der DIN 14676. Die Prüfung beinhaltet:

  • Prüfen Sie den Rauchmelder mindestens einmal pro Jahr ob er funktioniert. Dafür ist oft eine Taste zum Testen vorgesehen.
  • Wird die Batterie zu schwach, muss Sie ausgewechselt werden. Richten Sie sich nach den Angaben des Herstellers.
  • Mechanische Schäden ausschließen.
  • Prüfen, ob die Luftschlitze des Rauchmelders frei von Staub und Dreck sind. Dieser könnte nämlich im schlimmsten Fall verhindern, dass der Rauch schnell registriert wird!
  • Speziell nach Umbau oder Renovierungen:
    Ist der Rauchmelder wirklich am geeigneten Platz angebracht?
    Testen Sie erneut, ob der Alarm funktioniert.
    Farbe und Staub dürfen die Öffnungen nicht verschließen. Also gerade nach staubigen Renovierungen darauf achten.

2. 2. Rauchmelder – Mieter oder Vermieter? Wer ist verantwortlich?

Aktuell sind in 13 Bundesländern Rauchmelder gesetzliche Pflicht! In fast allen Bundesländern mit gesetzlicher Pflicht ist der Eigentümer bzw. Vermieter für die Installation verantwortlich.

Einzige Ausnahme bildet aktuell (Stand 2016) das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, in welchem derjenige, der in den zu schützenden Räumen wohnt, Rauchwarnmelder kaufen und installieren muss. Natürlich darf er die Rauchmelder dann bei einem Auszug auch wieder mitnehmen.

Für die Wartung nach DIN 14676 ist das Ganze noch weniger einheitlich. In der Mehrheit der Bundesländer ist der Vermieter verantwortlich.

Gesetzliche Pflicht - Einbau und Wartung von Rauchmeldern
(Stand: Januar 2016 – Alle Angaben ohne Gewähr)

 

Einbau

Wartung

 

Vermieter

Mieter

Vermieter

Mieter

Baden-Württemberg

x

   

x

Bayern

x

   

x

Berlin

x

 

x

 

Brandenburg

x

 

x

 

Bremen

x

   

x

Hamburg

x

 

x

 

Hessen

x

   

x

Mecklenburg-Vorpommern

 

x

 

x

Niedersachsen

x

   

x

Nordrhein-Westfalen

x

   

x

Rheinland-Pfalz

x

 

x

 

Saarland

x

 

x

 

Sachsen

x

 

x

 

Sachsen-Anhalt

x

 

x

 

Schleswig-Holstein

x

   

x

Thüringen

x

 

x

 

2.1. Pflichten auf den Mieter übertragen?

Wenn der Vermieter das möchte, kann er die Installation, Überprüfung und den regelmäßigen Batteriewechsel ausdrückliche im Mietvertrag verankern und auf seine Mieter übertragen. Sofern bereits der Mietvertrag besteht, kann dieser durch Ergänzungsvereinbarungen erweitert werden.

Bevor diese Übertragung an den Mieter stattfindet, muss sich der Vermieter davon überzeugen, dass der Mieter die Installation und Wartung der Rauchmelder fachgerecht durchführen kann. Ansonsten haftet der Vermieter, wenn ein Rauchmelder im Brandfall nicht funktioniert.

2.2. Umlage der Kosten auf den Mieter

Die Kosten hierfür (also Installation und Wartung der Rauchmelder) kann der Vermieter auf den Mieter umlegen. Laut BGB darf ein Vermieter für die Kosten der Installation die Miete erhöhen – um maximal 11 Prozent der Investitionskosten. Die laufenden Wartungskosten werden dann auf die Nebenkosten umgelegt.

3. 3. Rauchmelder-Pflicht in Deutschland (Stand: Januar 2017 – Alle Angaben ohne Gewähr)

 

Pflicht für Neu- und Umbauten

Nachrüstpflicht für Bestandsbauten spätestens…

Anbringung

Baden-Württemberg

Seit 11.07.2013

Bis 01.01.2015

mindestens je 1 Rauchmelder für Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Bayern

Seit 01.01.2013

Bis 31.12.2017

mindestens 1 Rauchmelder in jedem Kinderzimmer, in jedem Schlafzimmer und in jedem Flur, der eine Verbindunng zu Aufenthaltsräumen hat

Berlin

Seit 01.01.2017

bis Ende 2020

 

Brandenburg

Gesetz in Planung (ab 2016?)

Gesetz in Planung

 

Bremen

Seit 01.05.2010

Bis 31.12.2015

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Hamburg

Seit 01.04.2006

Seit 31.12.2010

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Hessen

Seit 24.06.2005

Bis 31.12.2014

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Mecklenburg-Vorpommern

Seit 18.04.2006

Seit 31.12.2009

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Niedersachsen

Seit 01.11.2012

Bis 31.12.2015

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Nordrhein-Westfalen

Seit 01.04.2013

Bis 31.12.2016

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Rheinland-Pfalz

Seit 01.12.2003

Seit 12.07.2012

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Saarland

Seit 01.03.2004

keine Regelung

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Sachsen

Alle Neubauten und Umbauten seit 01.01.2016 für Aufenthaltsräume, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen, und Flure, die zu diesen Aufenthaltsräumen führen

für Bestandswohnungen ist bisher keine Rauchmelderpflicht geplant

 

Sachsen-Anhalt

Seit 17.12.2009

Bis 31.12.2015

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Schleswig-Holstein

Seit 31.12.2004

Seit 31.12.2010

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

Thüringen

Seit 05.02.2008

Bis 31.12.2018

mindestens je 1 Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen

4. 4. Tipps: Verringern Sie das Brandrisiko

  1. elektronische Geräte immer ausschalten - Kurzschlüsse können Feuer entfachen
  2. auf Prüfsiegel achten, wenn Sie Elektrogeräte kaufen
  3. Streichhölzer / Feuerzeuge von Kindern fernhalten
  4. nicht mehrere Mehrfachsteckdosen hintereinander anschließen
  5. Nicht im Bett rauchen und nicht, wenn Sie müde sind ... oder am besten ganz abgewöhnen
  6. Kerzen und offenes Feuer niemals unbeobachtet lassen
  7. Herdplatten und Bügeleisen immer ausschalten
  8. keine entzündlichen Gegenstände in Nähe der Herdplatten aufbewahren
  9. keine heiße Asche in den Abfalleimer
  10. Rauchmelder installieren
  11. Feuerlöscher im Haus haben

4.1. Verhalten im Brandfall

4.1.1. 1. Ruhe bewahren

Nur bei einem Entstehungsbrand: Mit einem Feuerlöscher oder Feuerlöschspray bekämpfen.

4.1.2. 2. In Sicherheit bringen

  1. Das Haus auf kürzestem Weg verlassen!
    Keine Zeit vergeuden. Wertgegenstände oder Ähnliches liegen lassen!
  2. Hat sich der Brand schon ausgebreitet:
    Bewegen Sie sich bei dichtem Rauch auf dem Boden, denn in Bodennähe ist die Konzentration des giftigen Qualms am geringsten.
  3. Vorsicht beim Öffnen von Türen: Möchten Sie einen Raum durch eine Tür verlassen, tasten Sie, ob diese heiß ist und ob Rauch durch die Türritzen dringt. Wenn ja, öffnen Sie diese Tür nicht! Es könnte nämlich ein weiterer Brandherd dahinter liegen. Wenn Sie dann die Türe öffnen und Sauerstoff hinzu kommt, kann sich der Rauch schlagartig entzünden!
  4. Nehmen Sie gefährdete Personen mit!
  5. Schließen Sie die Türen, das nimmt dem Feuer Sauerstoff
  6. Im mehrgeschossigen Haus, benutzen Sie die Treppe nicht den Aufzug! Sie können dabei andere Hausbewohner auf den Brand aufmerksam machen.

Feuerwehr rufen

4.1.3. 3. Brand melden – Feuerwehr anrufen

  1. WER meldet?
  2. WAS ist passiert?
  3. WO ist es passiert?
  4. WIE VIELE Verletzte gibt es?
  5. Warten Sie auf Rückfragen!

Eine genauere Übersicht über das korrekte Verhalten ist im Brandschutzratgeber der Feuerwehr Idar-Oberstein zu finden.
Entweder über http://feuerwehr-idar-oberstein.de/sicherheit/informationen/aktuelles-thema/
Oder direkt das PDF als DOWNLOAD.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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