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Drei Viertel aller Einbrüche finden über Fenster statt! Können Sie sich vorstellen, wie einfach es ist mit einem Schraubenzieher oder ganz ohen Hilfsmittel ein Fenster zu öffnen. Ja richtig gelesen - ohne Hilfsmittel. Natürlich funktioniert das nicht bei alles Fenstern, aber schauen Sie sich einmal folgende beiden Videos an:

Das sollte jeden überzeugen, dass die Sicherheit der eigenen vier Wände nicht automatisch gegeben ist!

Bei der Sicherung von Fenstern gibt es übrigens folgenden Unterschied zwischen Sicherungssystemen:

  • Produkte, die den Schutz beider Seiten eines Fensters regeln
  • Produkte, die den Schutz der beiden Fensterseiten einzeln regeln

Um ein Fenster vor Einbruch zu schützen sind drei Sicherungspunkte pro Fenster optimal. Der Gelegenheitstäter hat, wie Sie im Video sehen können, keine Chance das Fenster aufzubrechen. Der Fachmann empfiehlt bei großen Fensterfronten, eine Sicherung pro laufendem Meter.

Für sichere Fenster und Fenstertüren gilt die DIN EN 1627, nach welcher geprüft und zertifiziert wird. Also achten Sie darauf, dass Ihre neuen Fenster und Türen diese Norm aufweisen. Hier sind Rahmen, Beschlag und das Fensterglas so ausgelegt, dass es keinen Schwachpunkt gibt.

1. So sicher kann ihr Fenster sein

Es gibt in der DIN EN 1627 folgende 7 Widerstandsklassen (genutzt wird die Abkürzung “RC” für das englische “resistance class” also Widerstandsklasse):

  • primär für den privaten Bereich: RC 1 N / RC 2 N / RC 2 / RC 3
  • primär für den gewerblichen Bereich RC 4 / RC 5 / RC 6

1.1. RC-2 - Der sichere Standard für Fenster

Im Privatbereich – also Haus oder auch Wohnung – ist die Klasse RC-2 laut Polizei der sichere Standard. Diese Fenster sind mit folgenden Sicherheitsmerkmalen ausgezeichnet:

  • Pilzkopfzapfen-Beschläge
  • einbruchhemmende Verglasung (P4A-Glas)
  • meist abschließbarer Fenstergriff

1.1.1. P5-was? Oder sicheres Glas …

Hier wird der Widerstand von Fensterglas gegen Steinwürfe geprüft. Das Glas wird waagrecht eingespannt. Dann wird eine Stahlkugel von ca. 4 kg aus bestimmten Höhen auf die Verglasung fallen gelassen. Wenn das Glas hält, bekommt es folgende Klassen zugewiesen: 

  • P1A: Fallhöhe 1,50 m
  • P2A: Fallhöhe 3,00 m
  • P3A: Fallhöhe 6,00 m
  • P4A: Fallhöhe 9,00 m
  • P5A: Fallhöhe 9,00 m (3x)

Hier mal ein kurzes Video, das zeigt, wie sicher P5A-Glas ist.

Übrigens - nicht verwechseln mit kugelsicherem Glas. Dafür gibt es die eigenen Bezeichnungen BR1 bis BR7.

Möchten Sie es noch eine Stufe sicherer haben, dann nutzen Sie die Sicherheitsklasse RC 3. Diese ist dann mit P5A-Verglasung ausgestattet, also noch schwerer zu durchbrechen.

1.2. Alternative: RC-2-N-Fenster - etwas günstiger

Das Glas macht einen großen Teil des Fensterpreises aus, besonders dann wenn Einbruchschutz und Wärmedämmung kombiniert werden.

Die meisten Einbrecher versuchen aber gar nicht das Glas zu zerbrechen, sondern versuchen Schwachstellen im Rahmen zu nutzen. Von daher mag man auch auf das teurere einbruchssichere Glas verzichten und die Widerstandsklasse RC-2-N nutzen. Hier die Merkmale dieser günstigeren Alternative:

  • Pilzkopfzapfen-Beschlägen
  • abschließbarer Fenstergriff
  • Standardglas

Hier sehen Sie wie ein Sicherheitstest der Klasse RC-1-N durchgeführt wird:

1.3. Für obere Geschosse: RC-1-N-Fenster

Elemente dieses Typs stellen einen Grundschutz gegen Einbruchversuche dar und sollten nur dort eingesetzt werden, wo kein direkter Zugang möglich ist.

Die Widerstandsklasse RC 1 N ist empfehlenswert als Grundsicherung für Fenster in oberen Geschossen, wenn der Einbrecher das Fenster nur mit einer Aufstiegshilfe (zum Beispiel eine Leiter, einer Mülltonne, oder ähnlichem) erreichen könnte und es keine Standfläche gibt.

Hier sehen Sie wie ein Sicherheitstest der Klasse RC-1-N durchgeführt wird:

Bitte beachten: Für leicht erreichbare Fenster und Türen im Erdgeschoss ist diese Widerstandsklasse nicht ausreichend!

Welche Widerstandsklasse ist nun die Richtige für Sie? Fragen Sie Ihren Fachmann oder eine polizeiliche Beratungsstelle!

1.4. Was ist mit ungeprüften Fenstern

Was ist zu beachten, wenn man ungeprüfte Fenster einbauen möchte, die dem RC-2 Standard entsprechen?

Folgende Merkmale sollen erfüllt sein - beachten Sie die jeweilige DIN:

  • nach DIN 18104 Teil 2 geprüfte / zertifizierte Pilzkopfzapfen-Beschläge
  • abschließbarer 100-Nm-Fenstergriff (= Klasse FG-S-1) gemäß DIN 18267
  • einbruchhemmendes Glas der Klasse P4A nach DIN EN 356

Ungeprüfte Fenster mit RC-2-N-Standard sollten bis auf das einbruchhemmende Glas die beiden anderen Punkte ebenfalls erfüllen.

Beachten Sie aber bitte, dass die Fenster, wenn ungeprüft, keine Garantie der genormten Einbruchssicherheit aufweisen.

2. Glasbruchsensoren

Glasbruchsensoren machen in erster Linie Sinn bei einer Einfachverglasung. Einbrecher werden kaum eine Doppelverglasung einschlagen oder kompliziert aufschneiden, da dies zu entweder zu laut oder zu kompliziert ist. Außerdem besteht für einen Einbrecher in diesem Fall ein hohen Verletzungsrisiko.

Statt dessen ist es sinnvoller das ungewollte Öffnen von Fenster und Türen zu überwachen. Das funktioniert mit Magnetkontaktschaltern.

Fenstersicherheit Sensoren anbringen

3. Magnetkontaktsensoren - das Öffnen von Fenstern überwachen

Sie haben gesehen, wie schnell Profis dennoch Fenster und Türen öffnen können. Sichere Fenster und Türen sind demnach eine wichtige Komponente für Ihr Haus oder Ihre Wohnung.

Wenn Sie Ihre Fenster zusätzlich mit Magnetkontaktsensoren ausstatten, wird ein mögliches Öffnen der Fenster an Ihre Alarmzentrale gemeldet. Selbst gut gesicherte Fenster können geöffnet werden. Ihre Alarmanlage sichert dann aber ab, dass Hilfe kommt, oder der ausgelöste Alarm den Einbrecher endgültig vertreibt!

Magnetkontaktsensoren sind kleine magnetische Schalter, welche innen am Fenster, meist unten, angebracht werden. Eine Hälfte befindet sich am Fenster, die andere am Rahmen. Solange die beiden sich gegenüberstehen wird kein Alarm ausgelöst. Wird das Fenster aber bei aktivierter Alarmanlage geöffnet und stehen sich beide Teile nicht mehr gegenüber, geht der Alarm los!

TOP: Selbst gekippte Fenster können hiermit überwacht werden, so dass der Alarm erst ausgelöst wird, wenn das Fenster komplett geöffnet wird. Ein gekipptes Fenster würde den Alarm also nicht direkt auslösen. Im Sommer zum Beispiel ist so nachts Ihr gekipptes Fenster immer noch gegen unberechtigtes Öffnen alarmgesichert.

Hierzu auch das folgende Video:

4. Sind Rolläden ein wirksamer Schutz?

Standardrollläden weisen keinen Einbruchschutz auf, sondern sind erst einmal als Schutz vor der Sonne und zum Verdunkeln gedacht. Diese können ohne große Probleme von außen hochgeschoben werden.

Es besteht aber die Möglichkeit einen Einbruchschutz nachzurüsten. Diese verhindern, dass Rolläden per Hand hochgeschoben werden können. 

Wer neu baut oder seine Rollläden austauschen möchte, kann eine Hochschiebesicherung direkt in Verbindung mit dem neuen Rollladenantrieb erwerben.

Trotzdem nochmals der Hinweis, dass die meisten Einbrüche tagsüber stattfinden wenn die Rolläden in der Regel nicht geschlossen sind. Somit bleibt es unverzichtbar, die Fenster gegen Einbruch zu schützen!

Wie also so oft ist das Gesamtkonzept ausschlaggebend dafür, dass Ihr Haus, Ihre Wohnung oder Ihre Firma gut geschützt ist!




Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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